Seminar Geodatenbank-Analysen

GDBA

Im Wintersemester 2014/15 habe ich am Institut für Geographie der Uni Erlangen-Nürnberg das Seminar „Geodatenbank-Analysen“ angeboten.

Wir haben dort am Beispiel der Datenbank von OpenStreetMap, exemplarisch Wege zur Erschließung, Exploration, Analyse und Visualisierung von Geodaten aufgezeigt. Dabei sollten nicht zuletzt auch soziale Dimensionen der Daten und die forschungsmethodischen Implikationen einzelner Verarbeitungsschritte deutlich werden.

Es wurde auf freie open-source-GIS-software wie Quantum GIS und PostGIS zurückgegriffen.

Als Abschlussarbeiten haben die Studierenden, anhand von selbstgewählen Fallbeispielen, gesellschaftliche Aspekte von OpenStreetMap durch Datenbank-Abfragen untersucht. Einige dieser Arbeiten werden hier zusammengestellt.

 

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Artikel: Wie gestalte ich eine Karte?

Auf Anfrage der studentischen geographischen Fachzeitschrift entgrenzt habe ich einen kurzen, praxisorientierten Beitrag zur Gestaltung von Karten geschrieben. Darin habe ich versucht zu zeigen, warum es kein Pauschalrezept zu Kartendesign geben kann. Hinter jeder Karte stehen ganz viele Entscheidungen, die nicht „richtig“ oder „falsch“ getroffen wurden, sondern „mehr oder weniger angemessen“ hinsichtlich des Verwendungszwecks der Karte. Dieses Argument habe ich anhand einiger Beispiele veranschaulicht. Zudem verweist der Artikel auf einige hilfreiche vertiefende Texte, Datenquellen und Tools.

Den Artikel findet Ihr hier:

Bittner, C., 2015. Wie gestalte ich eine Karte? entgrenzt (10), 59–63.

Die lesenswerte Gesamtausgabe der Zeitschrift gibt es hier.

Lieben Dank nochmal an das engagierte entgrenzt-Team.

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Beiträge aus Lehrforschungsprojekten zu Crisis Mapping und E-Partizipation

crosspost von Geoweb-Studien.org

Im aktuellen Band der Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft sind zwei Aufsätze erschienen, die wir gemeinsam mit Master-Studierenden im Rahmen einer Lehrforschung erarbeitet haben. Die Lehrforschung lief unter dem Titel „Potentiale und Grenzen kollaborativer Kartographieprojekte im Krisenmanagement und in der Stadtentwicklung.“ Die Studierenden bildeten zwei Arbeitsgruppen zu den Themen Crisis Mapping und Stadtentwicklung. Das Projekt zu Crisis Mapping wurde von Georg Glasze und Cate Turk betreut. Hier haben sich die Studiereneden mit kollaborativer Krisenkartographie im Rahmen der politischen Umbrüche in Libyen und Syrien auseinandergesetzt:

Schmitt, M., Gottschlich, F., Schäfer, W., Turk, C., Glasze, G., 2014. Crisis Mapping – Eine empirische Untersuchung zu Strukturen und Praktiken partizipativer Krisen- und Konfliktkartographien während der Umbrüche in Libyen und Syrien 2011–2013. Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft 60, 57–76.

Im Projekt zur Stadtentwicklung haben die Studierenden, betreut von Benedikt Orlowski und mir Potentiale und Grenzen der E-Partizipation in stadtplanerischen Prozessen erforscht:

Franz, K., Haidl, Isabella, Hartmann, Kerstin, Lehnhoff, F., Riedmann, S., et al., 2014. E-Partizipation als neuer Impuls in stadtplanerischen Prozessen? Von den Visionen der Stadtplanenden zu den Utopien der BürgerInnen. Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft 60, 43–56.

Vielen Dank nochmal an alle Beteiligten für das Engagement!

Zudem finden sich in dem Band weitere Artikel zu digital-geographischen Themen, von Sarah Elwood, Benjamin Hennig, und weiteren mehr…

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„Diverse crowds, diverse VGI – comparing OSM and WikiMapia in Jerusalem“ – Vortrag auf dem AAG Annual Meeting in Chicago

crosspost von Geoweb-Studien.org

Gemeinsam mit Tim Elrick habe ich die letzte Woche in Chicago auf dem US-amerikanischen Geographentag (AAG Annual Meeting) verbracht. Dies war eine Mega-Veranstaltung mit fast 10.000 TeilnehmerInnen und 4500 Vorträgen in fünf Tagen. Teilweise fanden dort fast 100 Sessions gleichzeitig statt (eine Session dauert 100 Minuten und beinhaltet etwa fünf Vorträge). Eigentlich ist die Geographie zwar so weit ausdifferenziert, dass man sich innerhalb seines eigenen Themenfeldes ein halbwegs überschaubares Tagungsprogramm zusammenstellen kann. Aber wehe dem, der sich wie wir mit Kartographie, GIS, dem GeoWeb und (Big) Spatial Data beschäftigt. Hier bestand ein unbeschreibliches Überangebot. Ich habe bei einer Durchsicht des Programms ganze 106 Sessions gefunden, die sich diesen Themen zuordnen lassen. Selbst aus unserer, eher kritisch-sozialwissenschaftlichen, Perspektive auf die Thematik waren noch etliche Sessions relevant (eine Zusammenstellung findet sich hier). Muki Haklay hat auf seinem blog seine Notizen zu vielen dieser Vorträge gepostet (hier, hier, hier und hier).

Tim und ich haben Vorträge in der Session „OpenStreetMap Studies“ gehalten. Der Aufhänger der Session war die Beobachtung von Muki Haklay, dass OSM häufig voreilig mit der übergeordneten Kategorie „Volunteered Geographic Information“ (VGI), also nutzergenerierten Geodaten allgemein, gleichgesetzt wird. Die Vortragenden waren daher aufgefordert, die Vergleichbarkeit und Verallgemeinerbarkeit von OSM-bezogenen Forschungen zu diskutieren. Der Titel meines Vortrags lautete „Diverse crowds, diverse VGI – comparing OSM and WikiMapia in Jerusalem.

Folie1

Hier habe ich zunächst meine OSM-Fallstudie zu Jerusalem präsentiert, wonach auf OSM die israelisch-säkular geprägten Viertel weitaus besser kartiert sind als israelisch-ultraorthodoxe und arabische Viertel. Diese Studie habe ich mit Daten aus WikiMapia reproduziert, wobei überraschender Weise ein ganz anderes Ergebnis entstanden ist: auf WikiMapia gibt es deutlich mehr Daten zu den arabisch-palästinensischen Vierteln Jersualems als zu den jüdisch-israelischen. Ich habe daher die Vermutung aufgestellt, dass sich auch die soziale Zusammensetzung der beiden mapping communities unterscheidet. All dies stützt letztlich Muki Haklays These, dass man von OSM nicht automatisch auch auf andere crowdsourcing-Kartierprojekte schließen darf. Hinter dem Begriff VGI verbirgt sich eine Vielfalt unterschiedlicher Formen von Geodaten, die möglicherweise von sehr unterschiedlichen Menschen generiert werden.

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Was war doch gleich das Internet? Diskussionsforum „GeoForschung mit und zu neueren Medien“ im Rahmen der IfL-Forschungswerkstatt

crosspost von Geoweb-Studien.org

Am 26.-27.02. hat am Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) in Leipzig die erste IfL-Forschungswerkstatt stattgefunden. Dabei handelt es sich um ein neues Tagungsformat, das den Fokus auf methodische, methodologische und konzeptionelle Fragen legt – eindeutig eine Leerstelle in der deutschsprachigen Geographie. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Zugänge in der raumbezogenen Forschungspraxis: beobachten, reflektieren, ausprobieren.“

Im Rahmen der Forschungswerkstatt durfte ich zusammen mit Lea Bauer und Stephan Pietsch ein Diskussionsforum moderieren, mit dem Titel: „GeoForschung mit und zu neueren Medien: Internet, Web-Kartographie, (Geo-)Datenbanken, Filme.“
Unter den 14 TeilnehmerInnen waren mehrheitlich Promovierende, aber auch Master-Studierende und Post-Docs mit heterogenen theoretischen Perspektiven und Forschungshintergründen – von der verkehrsgeographischen Analyse urbaner Fahrradkultur bis zur Klimawandelfolgenabschätzung.

Das Forum verlief – wie die gesamte Tagung – in sehr entspannter und ungezwungener Atmosphäre. Zunächst haben Lea, Stephan und ich unsere Forschungsthemen und empirischen Zugänge dargestellt und mit den TeilnehmerInnen diskutiert (Lea Bauer arbeitet zu web-Karten politischer Initiativen, Stephan Pietsch zu Raumbildern in Filmen und ich zu web 2.0-Geodatenbanken in Palästina/Israel). Anschließend haben wir Gruppendiskussionen zu übergeordneten Fragen von Methodik und Methodologie internet- und filmbezogener Forschung geführt.

Christian Bittner - Geoforschung mit und zu neueren Medien

Christian Bittner – Geoforschung mit und zu neueren Medien; © Leibniz-Institut für Länderkunde 2014

Es war vorhersagbar und durchaus beabsichtigt, dass wir in diesem Rahmen eher Fragen aufwerfen und nicht beantworten konnten. Im Nachgang lese ich aus der Diskussion drei grundsätzliche und miteinander verbundene Problemkomplexe durch begriffliche Unschärfen für internetbezogene Forschungen heraus (ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Intersubjektivität):

1. Ontologie – oder: was war doch gleich das Internet?
Im Aufbau des Workshops haben wir „das Internet“ als ein (Massen-)Medium unter verschiedenen anderen dargestellt (bspw. Radio, Zeitungen, Fernsehen). Aus dieser Perspektive neigen wir häufig dazu, „internet-bezogene Forschung“ oder „online-Forschung“ als ein irgendwie zusammenhängendes Feld zu begreifen. Ich zum Beispiel fühle mich innerhalb der Geographie mit Leuten verbunden, die „auch zu irgendwas mit Internet“ forschen. Diese Sichtweise ist jedoch (zu?) stark verkürzt, denn je nach Fragestellung oder Blickwinkel können wir uns unter „dem Internet“ sehr verschiedene Dinge vorstellen (etwa eine Infrastruktur, ein Medium, ein Raum, ein Netzwerk, ein normatives Ideal). Selbst wenn man sich im weitesten Sinne auf eine dieser Perspektiven einigt – also etwa „online-Forschung“ aus einer mediengeographischen Perspektive betreibt – beinhaltet dies keine automatische Übertragbarkeit zwischen den jeweiligen Forschungsthemen oder Feldzugängen. Denn das Internet, als eine Art Meta-Medium, beinhaltet sehr unterschiedliche Medienformen (textuelle, visuelle, audio-visuelle, graphische, …). Kurz: Die Idee von „online-Forschung“ kann den Blick auf die Heterogenität hinter dem Begriff verstellen. Es spricht ja auch niemand von „offline-Forschung“.

2. Welche Rolle spielt das Internet eigentlich im Forschungsprozess?
Der Titel unseres Workshops lautete „Geo-Forschung mit und zu neueren Medien…“ So ein Titel ist schnell dahingeschrieben und uns war im Vorhinein nicht wirklich bewusst, wie viele (meist bodenlose) Fässer durch „mit“ und „zu“ geöffnet werden können. Das Internet kann nämlich im Forschungsprozess sehr unterschiedliche Rollen einnehmen. Zunächst spielt es vermutlich bei uns allen eine große Rolle im Wissenschaftsalltag (Recherche, Kommunikation mit KollegInnen, ggf. Textproduktion in cloud-Umgebungen, etc.). Es kann aber auch als Quelle oder Speicher für empirische Daten dienen; oder als Forschungsumgebung (etwa für online-Ethnographien); oder gar als Forschungsobjekt (hiermit spiele ich auf grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Internet und Gesellschaft an). Dann kann ich natürlich das Internet auch noch zur Kommunikation von Forschungsprozessen und -ergebnissen nutzen (bspw. durch einen blog wie diesen hier). Alle diese möglichen Rollen des Internets im Forschungsprozess schließen sich nicht gegenseitig aus – für meine Arbeiten bspw. haben sie alle eine gewisse Relevanz. Sie werfen aber jeweils sehr unterschiedliche Fragen auf: etwa von eher technischen EDV-Kompetenzen, über ethische Richtlinien zum Umgang mit personenbezogenen Informationen bis hin zu methodologischen und theoretischen Problemen bei der Konzeptualisierung und Untersuchung unserer Forschungsgegenstände.

3. Repräsentativität und Reichweite – was sagen online-Daten eigentlich aus?
Insbesondere bei nutzergenerierten Daten wissen wir häufig nicht, wen oder was diese tatsächlich repräsentieren. Bei einer Analyse von mehreren Tausend twitter-Nachrichten kann ich zwar eine beeindruckende Datenmenge verarbeiten, aber ich kann nicht ohne weiteres davon ausgehen, dass diese Stichprobe dem repräsentativen Querschnitt irgendeiner Gesellschaft oder soziodemographischen Gruppe entspricht. Auch haben wir meist begrenzte Anhaltspunkte zu den situativen Entstehungshintergründen der Daten. Welche Aussage kann ich also auf der Grundlage meiner Auswertung treffen? Der diffuse Begriff der „communities“ oder „crowds“, die hinter diesen Plattformen vermutet werden, suggeriert oft irreführende Einheitlichkeit, Vergleichbarkeit und Verallgemeinerbarkeit. Was also ist meine Stichprobe – und aus welcher Grundgesamtheit ziehe ich sie eigentlich? „Online-Forschung“ läuft hier schnell Gefahr, unzulässige Schlüsse zu ziehen.

Diese Punkte sind weder neu noch besonders originell. Sie können letztlich als Mahnung zur strengen Überprüfung der eigenen Annahmen, Kategorien und Begrifflichkeiten verstanden werden, bevor diese sich durch leichtfertig dahingeschriebene und -gesagte Thesen und Neologismen verselbstständigen. In dieser Hinsicht handelt es sich dann auch nicht mehr um „online-spezifische“ Forschungsprobleme, obwohl ich dennoch glaube, dass sie hier besonders markant auftreten.

Geoforschung mit und zu neueren Medien

Geoforschung mit und zu neuren Medien – Grübeln und Zweifeln am Ifl; © Leibniz-Institut für Länderkunde 2014

Danke also an alle TeilnehmerInnen für die Anstöße zum fruchtbaren Grübeln und Zweifeln. Und danke an das IfL für die Forschungswerkstatt als neue Plattform, um von nun an regelmäßig und kollektiv zu grübeln und zu zweifeln (aber nicht als community, was immer das sein soll).

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„Mit offenen Karten“ vertauscht Kirgistan und Tadschikistan

Ich hätte es nicht für möglich gehalten. Aber solche Dinge müssen früher oder später passieren. So wie man irgendwann, kurz vor der Pubertät vielleicht, mit einer Mischung aus Trauer und Schadenfreude entdeckt, dass Eltern Fehler machen, nicht in jedem Fach aus dem Stegreif Nachhilfe geben können und manchmal Sachen frei erfinden. Nicht, dass man sie danach unbedingt weniger ernst nimmt oder weniger gern hat, aber das kindliche Grundvertrauen weicht nach und nach einer halt etwas weniger kindlichen Beziehung mit der Aussicht und Hoffnung, einander auf Augenhöhe begegnen zu können, irgendwann dann.

So ist es mir heute passiert. Mit offenen Karten, Vater und Mutter Und Heiliger Geist Der Schönen Karten, Die Interessante Geschichten Erzählen, hat Tadschikistan mit Kirgistan verwechseltAusscchnitt MOK Zentralasien_20150111Hier noch bis zum kommenden Samstag zu sehen, etwa ab Minute 6:40.

Verständlicherweise sind Mapfails eine beliebte, gern auch virale Zwischendurchunterhaltung für Kartenaffine (Inspiration gibt’s hier und hier und an tausend anderen Orten mehr). In diesem Fall muss ich nur zugeben, dass meine Trauer die Schadenfreude überwiegt. Und nicht nur, weil ich per wissenschaftliche und standesamtliche Geburtsurkunde aus der Zentralasienecke komme. Und geschenkt, wenn kritische Kartographen mir gleich sagen, dass Karten auch nur von Menschen gemacht werden. Ach menno, irgendwann müssen wir halt alle erwachsen werden.

 

 

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Von Kirchen und Moscheen – religiöse Andachtsstätten in OSM

In einem kleinen Forschungsprojekt schaue ich mir gerade die Verbreitung des tags ‚places of worship‘ (religiöse Andachtsstätten) in OpenStreetMap näher an.

Die erste Karte zeigt die Verbreitung der verschiedenen Weltanschauungen in Deutschland, wie sie von OpenStreetMap-Aktiven gemappt wurden:

Places of worship in Germany (OSM data)

Religiöse Andachtsstätten in Deutschland (OSM-Datenbasis) Places of Worship in Germany (on basis of OSM data)

Ziemlich christlich könnte man denken – dabei muss man jedoch bedenken, dass

  • hier nur Daten auftauchen, die von mir einer Weltanschauung eindeutig zugeordnet werden konnten
  • die Daten natürlich nicht die Verteilung der Gläubigen darstellen, sondern nur der Bauten der Gläubigen
  • und zuletzt natürlich nur die Bauten wiedergeben, die von OSM-Aktiven tatsächlich gemappt wurden.

Gerade letzter Punkt ist eklatant: bei einem Vergleich der amtlichen Daten mit OpenStreetMap-Daten fällt auf, dass die OSMler noch lange nicht am Ende sind: amtlicherseits sind 60.244 Kirchen und Kapellen in Bayern verzeichnet (und hier sind nur die christlichen Andachtsstätten überhaupt erfasst); in OSM finden sich dagegen gerade mal 9.358 Andachtsstätten für alle Weltanschauungen in Bayern.

Nicht-christliche Religionsgemeinschaften gehen auf dieser Karte völlig unter, daher habe ich auf der nächsten Karte die Andachtsstätten der beiden größten Konfessionen in Deutschland (römisch-katholischen und evanglisch-lutherischen Glaubens) mal ausgeblendet:

Non-dominant religious places of worship  in Germany

Andachtsstätten, von religiösen Weltanschauungen, die nicht römisch-katholischen oder evanglisch-lutherischen Glaubens sind

Erstaunlich dürfte die große Anzahl an anderen religiösen Weltanschauungen sein, die die Karte dominieren – diese reichen von den Zeugen Jehovas über die neuapostolische Kirche bis hin zur „Ersten Vereinigten Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in Deutschland“. Diese anderen Weltanschauungen sind in OSM ziemlich häufig vertreten. Unrepräsentiert in OpenStreetMap dürften aber –  trotz relativ großer Anzahl muslimischer Einträge auf dieser Karte – insbesondere die Moscheen sein: hier gibt es nur 297 Einträge von insgesamt 30207 weltanschaulich identifizierten Einträgen zum tag „places of worship“ in OSM; das sind nicht mal 1% aller Einträge, diesen stehen knapp 5% gläubige Muslime in Deutschland gegenüber (ja, ja, ich weiß schon: das erste sind Bauten, das zweite Menschen; es gibt aber dennoch vielleicht eine Hinweis auf ein mögliches Potenzial).

Zum Schluss noch ein Vergleich römisch-katholischer und evanglisch-lutherischer Andachtsstätten in Deutschland:

Protestant and Catholic places of worship in Germany

Römisch-katholische und evangelisch-lutherische Andachtsstätten in Deutschland

Nachdem Katholiken nicht unter dem Verdacht stehen, aktivere Mapper zu sein als Protestanten, zeichnet diese Karte ein nettes Bild der Verteilung der beiden Kofessionen in Deutschland – oder wenigstens ihrer architektionischen Gebietshoheit…

Wer es wissenschaftlicher mag, hier ein Aufsatz der kürzlich zum Thema erschienen ist:

Elrick, Tim (2014) Sozialwissenschaftliche tag-Analyse mit OpenStreetMap-Daten am Beispiel religiöser Andachtsstätten in Deutschland. Kartographische Nachrichten 64:152–156.

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